Kindergeld 2027: Auszahlung soll erstmals automatisch erfolgen

Kindergeld 2027: Auszahlung soll erstmals automatisch erfolgen

Eltern sollen das Kindergeld 2027 in vielen Fällen automatisch erhalten – ohne eigenen Antrag bei der Familienkasse. Die Bundesregierung plant dafür ein neues Verfahren, das Bürokratie nach der Geburt deutlich reduzieren soll. Starten soll die Reform voraussichtlich ab Frühjahr 2027.

Der Bundestag hat den entsprechenden Gesetzentwurf am 22. Mai 2026 erstmals beraten. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil spricht von einer spürbaren Entlastung für Familien. Statt Formulare auszufüllen, sollen Eltern mehr Zeit mit ihrem Baby haben.

Kindergeld 2027

Kindergeld 2027

Was sich beim Kindergeld 2027 ändern soll

Bisher müssen Eltern das Kindergeld aktiv beantragen. Nach der Geburt erhalten Familien zwar automatisch die Steuer-ID des Kindes, die Auszahlung startet aber erst nach einem Antrag bei der Familienkasse.

Genau das soll sich beim Kindergeld 2027 ändern. Künftig sollen Behörden vorhandene Daten untereinander austauschen. Liegen alle nötigen Informationen vor, startet die Auszahlung automatisch. Eltern müssten dann keinen separaten Antrag mehr ausfüllen.

Die Bundesregierung setzt dabei auf das sogenannte Once-Only-Prinzip. Bürgerinnen und Bürger sollen Daten nur einmal an den Staat übermitteln müssen. Anschließend tauschen die Behörden diese Informationen intern aus.

Geplant ist die Umstellung in zwei Stufen. Zunächst betrifft das neue Verfahren Familien, die bereits Kindergeld für ältere Kinder erhalten. Erst später soll die automatische Auszahlung auch beim ersten Kind greifen.

Das Kindergeld beträgt aktuell 259 Euro pro Monat und Kind. Die Höhe ist unabhängig vom Einkommen der Eltern.

„Nach der Geburt eines Kindes gibt es Wichtigeres als Papierkram.“
– Lars Klingbeil

So soll die automatische Auszahlung funktionieren

Das neue Verfahren baut auf bereits vorhandenen Verwaltungsdaten auf. Nach der Geburt meldet das Standesamt die Daten des Kindes an das Bundeszentralamt für Steuern. Dort wird automatisch die Steuer-ID vergeben.

Diese Informationen sollen künftig direkt an die Familienkasse weitergeleitet werden. Gleichzeitig prüft die Behörde, ob ein Anspruch auf Kindergeld besteht. Dazu gehören unter anderem Wohnsitz, Erwerbstätigkeit und vorhandene Kontodaten.

Sobald alle Voraussetzungen erfüllt sind, startet die Auszahlung automatisch. Eltern müssten dann keinen zusätzlichen Antrag mehr einreichen.

Die Bundesregierung erwartet dadurch rund 300.000 weniger Kindergeld-Anträge pro Jahr. Das soll nicht nur Familien entlasten, sondern auch die Verwaltung vereinfachen.

In komplizierteren Fällen bleibt die manuelle Prüfung allerdings bestehen. Das betrifft etwa internationale Sachverhalte oder unvollständige Datenlagen.

Zeitplan für das Kindergeld 2027

Zeitpunkt Geplante Änderung Betroffene Familien
Frühjahr 2027 Automatische Auszahlung für weitere Kinder Familien mit bestehendem Kindergeld
Ende 2027 Automatische Auszahlung für erste Kinder Eltern von Neugeborenen
Weiterhin erforderlich Manuelle Prüfung in Sonderfällen Komplexe oder unvollständige Fälle

Wer das Kindergeld ohne Antrag erhalten soll

Die automatische Auszahlung gilt nicht automatisch für alle Familien. Laut Gesetzentwurf müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Mindestens ein Elternteil muss gemeinsam mit dem Kind in Deutschland wohnen. Außerdem muss mindestens ein Elternteil in Deutschland arbeiten.

Wichtig ist auch die hinterlegte IBAN. Die Behörden müssen wissen, auf welches Konto das Geld überwiesen werden soll. Fehlen diese Daten, kann die Familienkasse weiterhin Unterlagen anfordern.

Gerade bei Erstgeborenen dürfte die Umstellung zunächst technisch anspruchsvoller werden. Denn dort liegen der Familienkasse bisher noch keine Kontodaten oder Vorinformationen vor.

Familien mit mehreren Kindern profitieren deshalb vermutlich zuerst von der Reform. Ihre Daten sind bei der Familienkasse meist bereits vollständig vorhanden.

Welche Fälle weiterhin geprüft werden

Auch nach Einführung des automatischen Verfahrens soll die Familienkasse jeden Anspruch prüfen. Die Reform ersetzt den Antrag – nicht die Kontrolle der Voraussetzungen.

Das betrifft vor allem komplizierte Konstellationen. Dazu gehören beispielsweise Eltern mit Wohnsitz im Ausland, unterschiedliche Aufenthaltsstatus oder wechselnde Familienverhältnisse.

Fehlen wichtige Angaben oder entstehen Zweifel am Anspruch, bleibt es beim bisherigen Verfahren. Eltern müssten dann weiterhin Nachweise einreichen.

Die Bundesregierung betont deshalb gleichzeitig die Bekämpfung von Kindergeld-Missbrauch. Der Datenaustausch soll Prozesse vereinfachen, aber keine automatische Auszahlung ohne Prüfung ermöglichen.

Für viele Familien dürfte das neue Modell trotzdem eine deutliche Erleichterung werden. Besonders in den ersten Wochen nach der Geburt sparen Eltern damit Zeit und Behördengänge.

Warum die Bundesregierung das Verfahren umstellt

Die Reform ist Teil einer größeren Modernisierungsagenda von Bund und Ländern. Ziel ist es, Verwaltungsleistungen stärker zu digitalisieren und Bürgerinnen sowie Bürger von Bürokratie zu entlasten.

Das Kindergeld gilt dabei als besonders geeignet für automatisierte Verfahren. Viele der benötigten Daten liegen dem Staat bereits vor. Bislang mussten Eltern sie trotzdem erneut angeben.

Die Bundesregierung verweist deshalb auf effizientere Abläufe und schnellere Auszahlungen. Gleichzeitig soll die Familienkasse entlastet werden.

Das Vorhaben passt auch zu anderen geplanten Digitalprojekten. Künftig sollen etwa vorausgefüllte Steuererklärungen und weitere automatisierte Verwaltungsprozesse ausgebaut werden.

Für Familien könnte das Kindergeld 2027 damit zu einem der sichtbarsten Beispiele für digitale Verwaltung in Deutschland werden.

Was Familien jetzt wissen sollten

Der Gesetzentwurf befindet sich noch im parlamentarischen Verfahren. Änderungen bis zur endgültigen Verabschiedung sind möglich.

Aktuell gilt weiterhin das bestehende Verfahren mit Antrag bei der Familienkasse. Eltern müssen nach der Geburt also weiterhin selbst aktiv werden.

Erst ab 2027 soll die automatische Auszahlung schrittweise starten. Entscheidend wird sein, ob alle technischen Voraussetzungen zwischen Standesämtern, Finanzbehörden und Familienkassen rechtzeitig umgesetzt werden können.

Fest steht bereits jetzt: Familien sollen das Kindergeld künftig einfacher, schneller und mit weniger Bürokratie erhalten.

FAQ zum Kindergeld 2027

Wird das Kindergeld 2027 automatisch ausgezahlt?

Ja, nach den aktuellen Plänen der Bundesregierung soll das Kindergeld ab 2027 schrittweise ohne Antrag ausgezahlt werden.

Ab wann gilt das neue Verfahren?

Die erste Stufe ist voraussichtlich für Frühjahr 2027 geplant. Ende 2027 soll die automatische Auszahlung auch für erste Kinder starten.

Müssen Eltern weiterhin einen Antrag stellen?

Bis zur Einführung 2027 ja. Danach soll der Antrag in vielen Fällen entfallen.

Welche Voraussetzungen gelten?

Mindestens ein Elternteil muss mit dem Kind in Deutschland wohnen, eine bekannte IBAN hinterlegt haben und in Deutschland arbeiten.

Wie hoch ist das Kindergeld aktuell?

Derzeit beträgt das Kindergeld 259 Euro pro Monat und Kind.

Gibt es weiterhin Prüfungen durch die Familienkasse?

Ja. Die automatische Auszahlung ersetzt nur den Antrag, nicht die Anspruchsprüfung.

Quelle: Bundesregierung.de

 

22. Mai 2026No comments

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