Was ist ein Au-pair Kindermädchen?
Ein Au-pair Kindermädchen ist eine junge Person, meist zwischen 18 und 30 Jahren, die für einen festgelegten Zeitraum – oft sechs bis zwölf Monate – bei einer Gastfamilie lebt, um deren Kinder zu betreuen und bei leichten Haushaltsaufgaben zu helfen. Im Gegenzug erhält das Au-pair freie Unterkunft, Verpflegung und ein monatliches Taschengeld.
Besonders typisch: Das Au-pair kommt häufig aus einem anderen Land, um die Sprache und Kultur der Gastfamilie kennenzulernen. Damit bietet diese Form der Kinderbetreuung nicht nur praktische Entlastung, sondern auch interkulturellen Austausch für die ganze Familie.
Vorteile für Kinder und Eltern
Für Kinder:
- Vertrauensvolle Bezugsperson: Da das Au-pair mit im Haushalt lebt, entsteht schnell eine enge Bindung zu den Kindern.
- Kulturelle Vielfalt: Kinder lernen spielerisch eine neue Sprache oder kulturelle Eigenheiten kennen.
- Flexibilität: Betreuungszeiten können individueller gestaltet werden als bei externen Einrichtungen.
Für Eltern:
- Entlastung im Alltag: Neben der Kinderbetreuung übernimmt ein Au-pair oft kleine Haushaltstätigkeiten wie Kochen für die Kinder oder Aufräumen.
- Flexible Arbeitszeiten: Besonders wertvoll für Eltern mit unregelmäßigen Arbeitszeiten oder Schichtdienst.
- Individuelle Betreuung: Kinder werden in ihrer gewohnten Umgebung betreut – kein morgendlicher Kita-Stress.
Alltag mit einem Au-pair
Der Tagesablauf variiert je nach Familie, aber meist umfasst er:
- Morgens: Kinder wecken, anziehen, Frühstück zubereiten und eventuell zur Schule oder Kita bringen.
- Tagsüber: Betreuung kleinerer Kinder zu Hause, Hausaufgabenhilfe oder Begleitung zu Freizeitaktivitäten.
- Nachmittags/Abends: Gemeinsames Spielen, Abendessen vorbereiten, Kinder ins Bett bringen.
Das Au-pair hat in der Regel eine festgelegte Wochenarbeitszeit (oft um die 30 Stunden) und feste freie Tage. Auch Urlaubsansprüche sind vertraglich geregelt.
Beispiel: Eine Familie mit zwei Grundschulkindern nutzt das Au-pair vor allem morgens und nachmittags. Vormittags besucht das Au-pair einen Sprachkurs, abends verbringt es Freizeit mit Freunden oder unternimmt etwas mit der Familie.
Voraussetzungen und Anforderungen
Für Au-pairs:
- Alter meist zwischen 18 und 30 Jahren
- Grundkenntnisse der Landessprache (z. B. Deutsch A1/A2)
- Erfahrung in der Kinderbetreuung wünschenswert
- Bereitschaft, im Haushalt mitzuhelfen
- Offenheit für eine andere Kultur und Lebensweise
Für Gastfamilien:
- Bereitstellung eines eigenen Zimmers
- Vollverpflegung
- Monatliches Taschengeld (in Deutschland z. B. derzeit rund 280 €)
- Zeit und Geduld, das Au-pair einzuarbeiten und in die Familie zu integrieren
Tipps zur Auswahl eines passenden Au-pairs
- Klar definieren, was erwartet wird – z. B. genaue Aufgaben, Arbeitszeiten und Verhaltensregeln.
- Ausführliche Bewerbungsgespräche führen – am besten per Video-Call, um einen persönlichen Eindruck zu bekommen.
- Referenzen prüfen – z. B. frühere Gastfamilien oder Babysitter-Erfahrungen.
- Kulturelle Interessen abgleichen – passt die Person in das Familienumfeld?
- Probezeit vereinbaren – so können beide Seiten testen, ob die Zusammenarbeit harmonisch verläuft.
Mögliche Herausforderungen
- Sprachbarrieren: Anfangs kann die Kommunikation holprig sein. Hier hilft Geduld und ein einfacher Sprachstil.
- Kulturelle Unterschiede: Unterschiedliche Essgewohnheiten oder Erziehungsansichten können Anpassung erfordern.
- Homesickness: Ein Au-pair ist oft weit weg von Familie und Freunden – regelmäßige Gespräche und Integration helfen.
Fazit
Ein Au-pair Kindermädchen kann für Familien eine ideale Lösung sein, um flexible und liebevolle Kinderbetreuung zu gewährleisten und gleichzeitig den Alltag zu entlasten. Die Kinder profitieren von einer festen Bezugsperson und spannenden kulturellen Einblicken, während Eltern mehr Zeit für Beruf und Freizeit haben. Wichtig ist jedoch, die Erwartungen klar zu kommunizieren, passende Rahmenbedingungen zu schaffen und das Au-pair herzlich in den Familienalltag zu integrieren.
Wer diese Punkte beachtet, legt den Grundstein für eine bereichernde Erfahrung – für alle Beteiligten.
